 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
                |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 | Projekte |
|
|
Programmgesteuerte Fehlersuche am I2C-Bus
|
Immer
mehr Geräte der Consumer Electronic werden über den I2C-Bus gesteuert.
Mit Hilfe des Prüfsystems I2C-Bus + EEPROM Data kann er auch zur
schnellen und kostensparenden Fehlersuche herangezogen werden.
Welcher
Radio- und Fernsehtechniker oder auch Informationstechniker hat nicht
schon mit einem unangemessen hohen Zeitaufwand die Ursache für ein mit
üblichen Mitteln nicht feststellbares Versagen eines modernen
elektronischen Gerätes gesucht, das sich abschaltet oder beharrlich im
Standby-Zustand verbleibt. Denn nicht in jedem Fall lassen die
Fehlersymptome eine eindeutige Identifizierung der Fehlerquelle zu. Bei
einigen Gerätetypen lassen sich Module ziehen, um dem Fehler auf die
Spur zu kommen. Andere Geräte und insbesondere weniger gut gepflegte
Marken bieten kaum eine andere Ansatzmöglichkeit als den wahllosen
Austausch von in Frage kommenden Bauteilen. Besonders problematisch
sind dabei vielbeinige ICs und solche, die in beidseitig beschichteten
Platinen grundsolide verlötet sind. Die dann nötige aufwändige
Fehlersuche steht bisweilen in krassem Missverhältnis zum Zeitwert des
Gerätes oder zu dessen Anschaffungspreis.
Über Fehler und deren Suche
Der
Standby-Zustand wird in der Regel vom Prozessor ausgelöst, der eine
Fehlmeldung am Bus feststellt und das Gerät oder die Anlage in den
Wartestand versetzt. Dieser Fehler wird häufig durch einen am Bus
betriebenen integrierten Schaltkreis verursacht. Da aber
Halbleiterschaltungen zunehmend über Bussysteme gesteuert werden und
auch die Anzahl der am Bus betriebenen ICs steigt, nimmt zwangsläufig
der Umfang dieser versteckten, potenziellen Fehlerquellen zu. Gelegentlich
sind in der Reparaturpraxis weitere Phänomene festzustellen. So werden
z. B. Geräte mit Fehlern in Reparatur gegeben, die es eigentlich nicht
geben dürfte. Neue bzw. fehlende Funktionen, geänderte
Programmbelegungen oder auch das Verharren in einer bestimmten Funktion
- alles Mängel, die sich mit den vorhandenen Bedienelementen nicht
beheben lassen. Weitere Fehlerquellen können auch lernfähige
Fernbedienungen sein, die im EEPROM unbeabsichtigt Daten geändert
haben, wobei das auch Daten sein können, die zwar vorhanden sind, aber
in dem betreffenden Gerätetyp nicht zu Anwendung kommen. Schließlich
verursachen fehlerhafte EEPROMs nicht unbeachtliche Beschaffungskosten.
Servicefreundliche Hersteller haben zwar mittlerweile bei
verschiedenen Fernsehgeräten Möglichkeiten geschaffen, mit einem
integrierten Serviceprogramm ICs am Bus abzufragen. In allen anderen
Reparaturfällen kann mit der nachfolgend beschriebenen Prüfvorrichtung
I2C-Bus + EEPROM Data, die von der Firma R&J Fernsehteam-Service
GmbH, Ronnenberg, entwickelt und auch zum Patent angemeldet wurde,in
wenigen Minuten exakt und schnell festgestellt werden, ob und welches
der angeschlossen ICs eine Fehlermeldung abgibt bzw. der Inhalt eines
EEPROMS ersetzt werden muss.
Zum I2C-Bus
Der
I2C-Bus ist ein bidirektionaler serieller Bus mit nur einem
Leitungspaar. Die am Bus betriebenen ICs haben ein I2C-Bus Interface
mit einer im Bauteil festgelegten Grundadresse (Slave-Adresse) über die
sie identifiziert und angesprochen werden. Mit Hilfe von Hard- oder
Softwaremaßnahmen lassen sich manche Typen abweichend adressieren. Eine
Änderung der Adresse ist immer dann erforderlich, wenn ICs gleichen
Typs in einer Schaltungseinheit am gemeinsamen Bus betrieben werden, z.
B. für die unabhängige Aufbereitung der Stereo-Kanäle. Nach einem
Adressenaufruf und erfolgter Rückmeldung des jeweils aufgerufenen ICs
können vom Prozessor (Master) zweckentsprechende Regel- und
Schaltzustände über das IC gesteuert, aber auch Abfragen vorgenommen
werden. Die Akzeptanz des I2C-Bus in weiten Bereichen der
Elektronik hat zu einer wachsenden Anzahl neuer ICs und damit
zwangsläufig zu einer Erweiterung des Adressenumfangs geführt. Während
zunächst mit 7-bit und 120 eingesetzten Adressen eine ausreichende
Differenzierung gegeben war, ist mit dem neu eingeführten zusätzlichen
10-bit-Verfahren eine Aufgliederung auf weitere 1024 Adressen möglich.
Ab Adresse 240 (dezimal) bzw. F0 (hexadezimal) im ersten Byte wird der
Aufruf mit einem weiteren Datenpaket eingeleitet. Ebenso erhöhte sich
die Verarbeitungsgeschwindigkeit des I2C-Busses entscheidend. Moderne
ICs erlauben mittlerweile im High-Speed-Modus eine Verarbeitung von
Bitraten bis zu 3,4 Mbits/s und sind abwärtskompatibel zu den bereits
existierenden I2C-Bus-Systemen, einschließlich der 1982 eingeführten
Grundversion mit 100 kbit/s. Ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit passt
sich dem langsamsten Bauteil an.
I2C-Bus + EEPROM Data
Das
Prüfsystem I2C-Bus + EEPROM Data besteht aus einer bedienfreundlichen
Software, einem Interface mit Anschlusskabel für die
Druckerschnittstelle sowie Datentabellen und erfordert einen
handelsüblichen PC, der mit Windows 95/98 arbeitet. In Vorbereitung
sind weitere Softwareversionen für gängige Betriebssysteme. Das
Interface ist mit einer 9-poligen Anschlussbuchse für die Kontaktierung
des zu prüfenden Geräts ausgestattet. Für die Datenabfrage oder
-eingabe sind die Datenleitung SDA, die Clockleitung SCL und Masse
anzuschließen. Ein universelles Anschlusskabel mit Abgreifklemmen
gehört zum Lieferumfang. Besonders servicefreundliche Hersteller haben
die Busleitung(en) mit einem Außenanschluss ausgestattet und
ermöglichen damit den problemlosen und direkten Anschluss des
Prüfgerätes. Zu wünschen wäre jedoch eine Anwendungsempfehlung für eine
genormte Schnittstelle. Fabrikats- bzw. typenspezifische Anschlusskabel
können aber auf Anforderung geliefert werden. Von Fall zu Fall ist
eine weitere Anschlussmaßnahme nötig, um Schaltungen, deren Prozessoren
ständig den Bus abfragen, ruhig zu stellen. Hier lässt sich der
Prozessor mit einem an den Quarz geschalteten Kondensator von z. B.
10.000 pF am Quarz zuverlässig abschalten, so dass die Prüfung der
Schaltung störungsfrei durchgeführt werden kann. Bei Prüflingen, deren
Prozessoren ein integriertes I2C-Bus-Interface besitzen und nur bei
Inbetriebnahme und Funktionsänderungen Abfragen am Bus vornehmen,
müssen keine weiteren Beschaltungen vorgenommen werden. Sie sind sofort
dialogbereit. Zugriffsbereite Datentabellen sind der eigentliche
Nutzwert der Prüfeinrichtung. In den Datentabellen für die Busprüfung
sind die kompletten IC-Adressen der gespeicherten Geräte enthalten,
geordnet nach Hersteller, Type, Chassis, Produkt und ggf. Modul zum
automatischen Aufspüren von fehlerhaft arbeitenden ICs. Bei einer
Busabfrage werden die Adressrückmeldungen mit den vorgegebenen
Solladressen und -werten der Datei softwaregesteuert verglichen und
Fehlmeldungen mit Angabe des IC-Typs und ggf. Positionsnummer
angezeigt. Die Abfragegeschwindigkeit der Prüfeinrichtung wird
automatisch den jeweiligen Erfordernissen angepasst. Im 10-Bit Bereich
ab der Adresse 240 wird der IC mit einer entsprechen höheren Bitrate
angesprochen. Die Datentabellen enthalten zusätzliche Hinweise, z. B.
zu den jeweils vorgesehenen Anschlüssen bzw. gut zugänglichen
Anschlusspunkten am Prüfobjekt oder auch mitunter erforderliche
Zusatzmaßnahmen. Adressdateien sind unter dem Oberbegriff "Fabrikat"
auf Disk zusammengefasst. Am Aufbau von komplexen Datensammlungen wird
gearbeitet. Immer weiter veränderte bzw. neue Produkte, aber auch die
Einführung neuer Marken erfordern zwangsläufig eine fortlaufende
Erweiterung des Datenbestandes. Einen stets aktuellen und
wirtschaftlichen Zugang zu allen diesen Daten erhält man deshalb
kostengünstig über das Internet. In einer geschlossenen Benutzergruppe
kann der Anwender jederzeit auf die Daten zugreifen, ohne dass die
Arbeiten am Reparaturgerät unterbrochen werden müssen.
Allerdings
wird nicht für jeden exotischen Gerätetyp eine komplette Adressdatei
erreichbar sein. Abhilfe schafft auch hier der I2C-Bus + EEPROM Data,
mit dessen Hilfe der Anwender mit wenigen Handgriffen beliebige Geräte
abfragen und die Daten für den Eigenbedarf speichern kann. Insbesondere
in Vertragswerkstätten kann so innerhalb kurzer Zeit mit mäßigem
Aufwand eine umfangreiche Datei erstellt werden. Ein Vertrieb der Daten würde lizenzrechtliche Regelungen erfordern.
Erfasste Adressen Für
die Identifizierung und Zuordnung der erfassten Adressen eines Gerätes
steht eine weitere Datei mit Einzeladressen von ICs zur Verfügung. Sie
ist aus Gründen der Übersichtlichkeit eng gefasst, kann jedoch
zweckmäßig über ein Update aus dem Internet erweitert werden. Die
vorhandenen I2C-Bus-ICs des zu reparierenden Gerätes können so anhand
eines Schaltbildes oder nach Durchsicht des Prüfobjekts erfasst und
einer Adresse zugeordnet werden. Nach Speicherung stehen dann die
einzelnen Adressen des Gerätetyps mit Positionsangabe für eine spätere
Prüfung zur Verfügung.
Adressen-bezogene IC-Vorschlagsliste Der
Abfrage, Speicherung und Bereitstellung von EEPROM Inhalten für
Updates, die ebenfalls in Datentabellen, aber unabhängig zu den
Adressdateien gespeichert werden, kommt eine wachsende Bedeutung zu,
denn, wie eingangs schon erwähnt, treten vermehrt Softwarefehler auf.
Dateninhalt eines EEPROM (Teilmenge des Adresse 160) Von
besonderem Nutzen sind gespeicherte EEPROM- Dateien immer dann, wenn
einem Reparaturgerät Daten und damit Funktionen abhanden gekommen sind,
die manuell kaum oder nur mühselig einzugeben und in der Regel nur
teuer einzukaufen sind. Diese Daten werden auch über das Internet
abrufbar sein. Die Vorhaltung von EEPROM Inhalten erlaubt darüber
hinaus eine stressfreie Programmierung von aktualisierten, regional
gewünschten und kundenorientierten Sendertabellen.
Zusatzgeräte Mit
dem Sonderzubehör Easyprom können lose EEPROMs kopiert werden. Dieses
handliche Gerät wird direkt auf die 9-polige Schnittstelle am Interface
gesteckt. Steht in der Werkstatt oder am Arbeitsplatz kein PC zur
Verfügung, kann auf den I2C-Bus Controller zurückgegriffen werden.
Dieses handliche und robuste Prüfgerät ist mit einem Prozessorbaustein
ausgerüstet und gestattet eine zuverlässige Adressenabfrage am I2C-Bus,
selbst in etwas rauerem Umfeld. Die gewünschten Daten der Gerätetype
werden am PC ausgewählt und über eine serielle Schnittstelle in den
I2C-Bus Controller geladen und dort für den Prüfvorgang gespeichert.
Der Anschluss und die Abfrage am Prüfobjekt unterscheidet sich nur
wenig von der zuvor beschriebenen PC-Version. Helmut Müller rfe 10/00
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
          |
 |
 |
 |
|
|